Noch ein Label?

„Nicht noch ein Label! Die Verbraucher sind ja so schon überfordert.“

Dieser Ausruf bezieht sich auf die Kennzeichnung von Produkten und wird im Zusammenhang mit der derzeitigen Labelflut gebraucht. Das CSE-Zeichen bezieht sich jedoch nicht nur auf ein Produkt, sondern zusätzlich auf die gesamte Herstellung. Es hat einen anderen Geltungsbereich und ist in diesem das erste und einzige, das dem Kunden den Anspruch wirklich nachhaltigen Wirtschaftens (Berücksichtigung des sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereichs!) am „Point of Sale“ glaubhaft vermitteln kann. Das CSE-Label wird in Zukunft auf Produkten unterschiedlicher Branchen zu finden sein, eben weil es sich auf die Unternehmensführung insgesamt bezieht. Für Kunden wird das Zeichen mit der Zeit zusehens klarer einzuordnen sein. Je früher ein Unternehmen sich für die Nutzung entschließt, umso stärker ist seine Vorreiterrolle und die Möglichkeit, bei der Entwicklung mitzuwirken.

Güte- und Qualitätssiegel sind so alt wie der Handel selbst. Sie wurden in Zusammenhang mit Verplombungen genutzt, die sowohl den Verschluss sichern als auch durch die Prägung die Herkunft/Hersteller verdeutlichten. (Beispiel: Olivenöl durch Herkunftssiegel verplomben) Damals war es schwer Siegel zu fälschen. Heute lassen sich leicht eigene Herkunfts- oder Qualitätsangaben machen. Sofern ein Endverbraucher den Hersteller nicht kennt, muss er auf solche Angaben zurückgreifen können, um sich zu orientieren. Die wenigsten Kunden kennen die Hersteller ihrer gekauften Produkte. Es steigt somit die Glaubwürdigkeit mit der Bestätigung der Qualitätsangaben durch einen Dritten. Kurz gesagt: zertifizierte Siegel sind immer noch unschlagbar zum Transportieren von Informationen auf das Produkt und somit an den Ort der Kaufentscheidung.

„Der Endverbraucher“ als Kategorie existiert ohnehin nicht. Jeder Verbraucher ist ein Mensch mit eigenen Wünschen, Erwartungen, Vorlieben und Assoziationen. Ein Kunde möchte absolut vegane Produkte, andere begrüßen Bienenwachs in Produkten, weil es die Bienenhaltung fördern kann. Bienen sind die Voraussetzung für unser Obst! Wieder andere gehen so weit zu sagen: Warum eigentlich keine Produkte aus Schlachtabfällen? Wenn wir schon die Tiere töten müssen, dann sollten sie wenigstens nicht nur für Filets gestorben sein. Für sie ist es eine Form des Respektes, alles vom Tier zu verwerten. Diese Kunden würden sich dafür einsetzen, dass die Tiere ein gutes Leben hatten, bei der Schlachtung nicht leiden mussten und gerade Produkte aus Schlachtabfällen kaufen, solange die Tiere nicht für diesen Zweck getötet wurden.

Diese Beispiele sollen zeigen, dass es kaum möglich ist, allen Verbrauchern das ultimative Siegel bieten zu können.

Unser Fazit deshalb: „Ja, aber diesmal ein richtiges!“ Solange die Transparenz gewährleistet ist, sprich jeder Kunde sich die Bedingungen für das Siegel ansehen kann, ist jeder Endkunde frei und damit in der Lage zu entscheiden, ob er das Produkt kaufen möchte.