Naturkosmetik und Naturprodukte vegan-Auszeichnung

Vegane Naturkosmetik in einem Siegel

Natural Cosmetic Standard für die Auslobung beider Qualitäten ergänzt

Vegane Qualität in der Naturkosmetik kann jetzt über ein integriertes Siegel ausgelobt werden. Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) hat diese Möglichkeit für ihren seit fünf Jahren etablierten „Natural Cosmetic Standard“ ergänzt.

Zahlreiche Hersteller klagen darüber, dass sie zu viele einzelne Aussagen auf ihren Produkten unterbringen müssen. Die Kombinationsmöglichkeit von ‚Naturkosmetik‘ und ‚vegan‘ erspart ein zusätzliches Label auf den Verpackungen“, erklärt Geschäftsführerin Sophie von Lilienfeld die Entscheidung der Arbeitsgruppe „ökologische Rohstoffe“ der GfaW.

Im Zertifizierungsprozess für die Ergänzung des Siegels werden die Inhaltsstoffe somit nicht nur auf ihre Konformität mit dem Natural Cosmetic Standard (NCS) geprüft, sondern auch, ob sie die veganen Qualitätskriterien erfüllen. NCS definiert Naturkosmetik als vegan, wenn deren Inhaltsstoffe weder aus noch durch tierische Substanzen gewonnen wurden.

In dem für beide Aussagen entworfenen Siegel wird der Schriftzug „vegan“ in das bisherige NCS-Zeichen eingefügt – auf Wunsch auch in einer dem jeweiligen Markendesign entsprechenden Schriftart.

Von Lilienfeld: „Mit diesem Schritt ermöglicht die GfaW eine deutliche Abgrenzung zu vegan ausgelobter Kosmetik, die jedoch keine Naturkosmetik ist.“

Arbeitsgruppentreffen in Kassel

Nachhaltigkeit auf die Norm gebracht

Jährlich trifft sich die Arbeitsgruppe CSE-Lebendige Nachhaltigkeit um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und um neue Themen aus dem Bereich praktische Nachhaltigkeit zu diskutieren.

In diesem Jahr waren, neben unserem Kooperationspartner Sustaineration, die Unternehmen Aries und die Sodasan an der Arbeitsgruppe beteiligt.

Nach einem allgemeinen Rückblick, gab es einige grundsätzliche Fragen zu klären, da zunehmend neue Branchen das Nachhaltigkeitssiegel anfragen. Jede Branche birgt ihre eigenen Nachhaltigkeitspotentiale und Schwerpunkte. Diese möchte die AG aufdecken und festlegen ab wann es sich im Spitzenleistung nach CSE-Manier handelt. Gemeinsam mit Dr. Joachim Banzhaf von EcoControl, den Pionier-Unternehmen und den GfaW-Gesellschaftern gelang ein guter und vielseitiger Dialog in dem insbesondere der CSE für das Handwerk thematisiert wurde.

Niels Christiansen von Sustaineration zeigte in einem praxisorientierten Vortrag, auf welchen Wegen die Umweltmanagementnorm ISO 14001 am sinnvollsten umsetzbar ist. Der für alle Teilnehmer bereichernde Vortrag legte dar: Der Sprachstil der Norm schreckt ab und die Norm gibt nur wenig konkrete Anhaltspunkte für die praktische Umsetzung. Letzteres ist jedoch von Vorteil für Unternehmen. Das Management kann für sich passende Werkzeuge auswählen und mit diesen sehr gute Kennzahlen für ein Umweltcontrolling generieren. Desweiteren ist es empfehlenswert beim Erfassen der Daten prozessorientiert vorzugehen und das Wissen der Fachbereiche mit einzubeziehen. Da die CSE-Zertifizierung die ISO Norm abfragt, machte der Vortrag für alle Beteiligten der Arbeitsgruppe Lebendige Nachhaltigkeit viel Sinn. Die Norm ist das geeignete Tool um nachvollziehbare Daten zu generieren und abzufragen und bildet eine hevorragende Basis für den Certified Economics Standard.

Viele weitere große und kleinere Themen waren Teil des Arbeitsgruppentreffen 2017. Für das kommende Jahr ist geplant, weitere Fachreferenten einzuladen und den Raum für Praxisaustausch zu erweitern. Wir bedanken uns bei allen Pionieren für die engagierte Teilnahme, die Inspiration und die fachlichen Inputs.

3. Nachhaltigkeitskongress der ZIRP – unser Resümee

Was sagen Unternehmensvertreter und die Politik zu unserem Lieblingsthema: Nachhaltigkeit in Unternehmen? Wo sind die Chancen, wo treten Schwierigkeiten auf? Wir besuchten am letzten Donnerstag den Nachhaltigkeitskongress der ZIRP ZukunftsInitiative Rheinland Pfalz „Investition & Return: Mehrwert durch Nachhaltigkeit„, um unser Bild zu vervollständigen.

Bild: Podiumsdiskussion mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Dr. Dirk Voeste (BASF), Christian Schwarz (Zschimmer & Schwarz)

Der O-Ton eines großen Konzerns und des Mittelstandes: Nachhaltigkeit muss sich wirtschaftlich lohnen. Leider war bei den Diskussionen wenig davon die Rede, für wen sich Nachhaltigkeit außerdem lohnt. Eine umfassende Bewertung der langfristigen Effekte nachhaltigen Wirtschaftens für Gesellschaft und den Planeten haben wir in der Diskussion weitgehend vermisst.

Insbesondere kleinere Unternehmen haben die Befürchtung aufgrund kleinerer finanzieller Spielräume die Anforderungen nicht erfüllen zu können – dies müssen sie langfristig jedoch tun: Als Zulieferer der großen Konzerne, die sich wiederum immer mehr an die politischen Forderungen nach Nachhaltigkeit anpassen müssen, werden auch „die Kleinen“ immer mehr Standards erfüllen müssen.

Unsere CSE-Unternehmen sind hier natürlich gedanklich schon viel weiter. Sie haben verstanden, dass Nachhaltigkeit und ein gesundes Unternehmen zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Diese Denkweise muss unserer Meinung nach noch mehr in die Nachhaltigkeitsdebatte von Unternehmen und Politik Einzug halten. Nachhaltigkeit darf nicht zum lästigen „Pflichtthema“ bei Unternehmern werden.

Ein CSE-Kongress mit unseren CSE-Pionieren, anderen Nachhaltigkeitsperformern und -interessenten sowie politischen Vertretern ist anzudenken, somit könnte die Nachhaltigkeitsdebatte sicherlich bereichert werden.

Bildmaterial der ZIRP

Zur Pressemeldung der ZIRP